Und wie geht es weiter?
Zu jedem Jahresbeginn aufs Neue: "Wir haben in der letzten Zeit so viel investiert, repariert und erneuert, heuer haben wir Luft" ...denkste!
Vor einigen Jahren wurden die beiden Zwei-Raum-Eckzimmer der ersten Etage (Raum 11 und Raum 20) umgebaut. Es sind vier Ein-Raum-Zimmer entstanden, was unser Haus für Familien und Wochenend-Gruppen attraktiver werden lässt. Leider war es dabei nicht mit dem Ziehen von Wänden und dem Setzen von Türen getan. Es mussten Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden, elektrische Anschlüsse verändert werden, ein neuer Durchgang musste gebrochen, ein anderer zugemauert werden und neue Möbel mussten her.
Wir haben eine neue Industrie-Mangel angeschafft - die alte Haushalts-Maschine hat 15 Jahre treue Dienste geleistet -. Leider war es nicht damit getan, genügend Leute zu finden, die Mangel in den Keller zu tragen. Zunächst war ein Starkstrom-Anschluss nötig. Die Abluft musste nach außen geführt werden, Zuluft-Quellen mussten erschlossen werden. Und dann rechneten wir nach: In der Waschküche werden bei üblichen Betrieb 3 x 50 Ampere gebraucht: die Zuleitung der Unterverteilung war zu schwach, eine neue Unterverteilung zur Waschküche musste her. Bei 3 x 80 Ampere Hauptsicherung müssen im Winter nur mal viele Lampen an, Warmwasserbereitung aktiv und die Küche im Vollbetrieb sein, und wir stehen im Dunkeln. Also neue Hauptsicherungen und damit ein neuer Zähler und eine zugelassene Elektrofirma. Von dem (einen! und in diesem Jahr damit dritten) Container Ende Juni für aufgelaufenen Hausmüll (inklusiv alter Mangel) wollen wir gar nicht weiter sprechen.
Im Sommer und bei genügend Helligkeit ist unsere Solaranlage die reine Freude. Im Winter dagegen muss unsere Ölheizung unterstützen. Trotz 75 kWh Heizleistung wird nicht ausreichend Wasser erwärmt. Der Wärmeaustausch ist zu gering. Der zusätzliche Plattenwärmetauscher ist Spitze, muss aber regelmäßiges entkalkt werden - und das mit komplettem Ausbau. Gott sei dank haben wir dafür 4 Absperr-Kugelventile eingebaut.
Doch heute haben wir endlich unser kalkhaltiges Wasser im Griff; - bei den 18 elektrischen 5-Liter-Boilern den 4 großen elektrischen Boilern und der Solaranlage, bei Waschmaschinen, Spülmaschine und Kaffeemaschine ein Segen. Wir haben uns eine Wasserentkalkungsanlage angeschafft, die auf 6 Grad Deutsche Härte entkalkt.
Mittlerweile haben wir neben neuen Gardinen und Vorhängen auch in fast allen Zimmern neue Möbel, im Speiseraum und im Aufenthaltsraum neue Tische und Stühle. Vor 4 Jahren ging es an unsere maroden Bäder der 1. Etage. Zwei Bäder wurden komplett umgebaut, statt Badewannen gibt es jetzt Etagenduschen für Begleiter / Lehrer und Senioren. In der 2. Etage musste vor 2 Jahren unser Wäscheraum daran glauben, in ihm ist nun unsere 3. Etagendusche. Voraussetzung dafür waren neue Stahlschränke für Bettzeug und Bettwäsche.
Leider reichen 3 Duschen natürlich aus Duschzeit- und warm-Wasser-technischen Gründen nicht für alle, dafür haben wir ja unsere über Solaranlage betriebene Gemeinschaftsdusche im Keller.
Ein weiteres Thema, das uns ständig beschäftigte, ist die Steigerung der Sicherheit im Haus Nikolaus, für Gäste genauso wie für das Personal. Auch hier hat sich vieles getan. Zunächst galt es sich schlau zu machen. Verschiedene Experten begutachteten unser Haus. Szenarien wurden gedanklich durchgespielt. Viele Firmen machten Angebote. Monatelange Recherchen im Internet brachten weitere Firmen für Details. Die Feuerwehr und Bauaufsicht hatte noch eigene Wünsche. Auf den alljährlichen Feuerwehr-Übungen in unserem Haus wurden weitere Einzelheiten durchdiskutiert. Alle Beteiligten finden toll, dass die Initiative von uns ausgeht - ohne Auflagen, ohne Fristen.
Wir ließen ein Brandschutzkonzept auf unser Haus und die Nutzung als Beherbergungsbetrieb maßschneidern.
Die Personenrettung hat höchste Priorität. Auf jeder Etage gibt es nun 2 Rettungswege. Das bescherte uns eine 2. Treppe außen als reine Fluchttreppe mit 2 zusätzlichen Außentüren im 1. und 2. Obergeschoss an der Giebelseite. Zur Verringerung der Brandlasten haben wir sämtliche Holzverkleidungen auf den Fluchtwegen entfernt. Sie hatten uns gute Dienste geleistet! Heute sind alle Wände gefliest, was hell und freundlich wirkt und dabei noch Schäden verhindert.
Mittlerweile ist eine Alarmanlage mit 51 Rauch- und Wärmemeldern installiert. Dafür haben wir fast 3 km verschiedene Kabel im Haus verlegt. Wir mauerten neue Brandschutz-Türen zu den vorhandenen ein, die vorschriftsmäßig bei Alarm automatisch schließen. Im Treppenhaus öffnet dabei das oberste Fenster als Rauchabzug ( RWA-Anlage ).
Die 4 Außentüren sind von innen immer offen, so dass Gäste bei Gefahr ohne Schlüssel das Haus verlassen können. Damit den Lehrern und Betreuern die Kinder - etwa nachts - nicht unbemerkt entwischen können, gibt es einen internen Alarm.
Der externe Alarm, ausgelöst über Rauchmelder oder Feuermelder, sogt für mächtig Lärm im Haus aus 6 Signalgebern, damit auch jeder das Haus in Richtung Sammelstelle verlässt. Dabei schließen alle Brandschutztüren, der Rauchabzug öffnet sich, der Feuerwehrtresor wird aktiviert und die Feuerwehr wird über einen Sicherheitsdienst gerufen.
Diese Maßnahmen der letzten Jahre, mit all ihren Gutachten, Architektenhonoraren, Baugebühren, Material und Fahrtkosten, Handwerkerrechnungen - weit über 100.000,00 € trotz immenser Eigenleistungen - haben unsere Rücklagen stark geschmälert.
Ein Vertreter der Diözese Aachen besichtigte neulich unser Haus, als er selbst ein solches suchte, weil er aus Kostengründen eigene Häuser aufgeben musste. Er war sichtlich erstaunt, als er sagte: „Sie führen ja noch ein Haus, in das investiert wird...“
...In die Zukunft von Haus Nikolaus: Mit lifetime guarantee: NIE LANGEWEILE!
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