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Haus Nikolaus - aus der Sicht eines Pädagogen

In meiner langjährigen Dienstzeit habe ich schon viele Jugendherbergen, Schullandheime und ähnliche Einrichtungen kennen gelernt. Aus diesem Grunde hoffe ich ein objektives Bild von Haus Nikolaus zeichnen zu können.

Wohltuend wirkt auf mich, dass ich sofort bei der Reservierung die Mitteilung erhalte, »Haus Nikolaus grundsätzlich nur an eine Gruppe vermietet«. Dadurch ist der Schullandheimaufenthalt für meine Klasse schon zur Hälfte gelaufen. Als Lehrer bin ich so nur für meine Klasse da und brauche mich nicht mit fremden Schülern herumzuärgern, wie das in den meisten anderen Häusern der Fall ist. Meine Klasse benimmt sich auch ganz anders, weil sie weiß, dass sie für alles verantwortlich ist. An dieser Stelle möchte ich allen Verantwortlichen danken, dass sie bei der Vermietung nicht nur auf Profit aus sind, sondern in erster Linie an die gute Atmosphäre im Haus denken. Weitere Pluspunkte sind, dass kein Heimleiter im Haus wohnt, die Zimmer nicht im Jugendherbergsstil eingerichtet sind und sich die Kinder auf den sehr gemütlichen Zimmern auch tagsüber aufhalten dürfen. Dies genießen sehr viele Kinder. Als sehr angenehm empfinde ich, dass bei der Ankunft die Betten bereits bezogen sind und wir Lehrer und Schüler nicht zum Spüldienst eingeteilt werden. All diese Punkte erleichtern es einem Lehrer, den Schullandheimaufenthalt pädagogisch optimal zu gestalten. Als ideal empfinde ich die Räumlichkeit, dass sich nämlich Speise-, Tagesraum- und Tischtennisraum auf einer Etage befinden und ich sie alle für meine pädagogische Arbeit nutzen darf. Diese Möglichkeiten sind außerordentlich wichtig für das Tun während eines Schullandheimaufenthaltes, da ich solche Angebote in der Schule nicht vorfinde. Ich kann gleichzeitig an verschiedenen Projekten arbeiten und habe doch alle Kinder im Blickfeld. Dies erleichtert mir die Arbeit ungemein.

Nicht vergessen darf ich das gute Essen - 4 Mahlzeiten pro Tag erhalte ich in keinem vergleichbaren Haus - und die Freundlichkeit des Personals mir und meinen Schülern gegenüber. Mich erstaunt immer wieder die große Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft, die wir überall im Dorf erfahren. An dieser Stelle muss ich besonders der Nachbarschaft von Haus Nikolaus ein Dankeschön sagen, die ja den Lärm das ganze Jahr über ertragen muss.

Leider ist der Verkehrsanbindung von Tondorf "sehr bescheiden". Man hat Schwierigkeiten irgendwo hinzukommen, wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen will oder muss.

Was ich in Haus Nikolaus noch vermisse, sind im Grunde genommen Kleinigkeiten, wie z.B. ein Klavier, eine vernünftige Leinwand oder ein Grillplatz am Haus. Gut finde ich dagegen, dass offensichtlich bewusst auf Fernsehen verzichtet wird.

Ich wünsche allen Verantwortlichen von Haus NikoIaus weiterhin eine glückliche Hand zum Segen unserer Jugend. Hier erfahren wir, wie man ein solches Haus alternativ führen kann. Die Jugend wird es irgendwie danken.

Sicherlich können sie es nicht allen recht machen. Sie sollten sich dadurch nicht entmutigen lassen und ihren Stil beibehalten!